Unterhaltung

Die Träume des Herrn B. aus Z.

Es stand einst nachts, unweit von St. Peter
Ein weisser Schneemann, ein ziemlich Fetter 
Seine Heimat im April war immer dieselbe 
der Sechseläutenplatz in Zürich
um zu sterben in Bälde.

Sie nannten ihn Böögg, das stimmte ihn traurig,
keinen Namen zu haben wurmte ihn schaurig
Deshalb fluchte er laut, manchmal auch leise
denn er verstand es in keiner Weise
weshalb er nie einen Namen trug
wie Jakob, Sebastian, oder vielleicht auch Ruth?

Ein alter Zürcher, ein Zünfter vielleicht,
der sprach zum Böög:
«ich glaube, es reicht!
Hör endlich auf, Dich zu beklagen
und stell nicht ewig diese Fragen

Du bleibst der Böög , im Status männlich
Schneefrauen zu verbrennen wäre absolut dämlich
Wäre der Böög weiblich, ernten wir Spott
Da müsste ich sagen, oh, jesses Gott
Darum kommt dies in nicht in die Tüte
der Böögg eine Frau, du meine Güte!»

Doch eigentlich wollte der Böögg nicht sterben
Immer alljährlich ist geplant sein Verderben
Sein Körper, jedes Jahr vollgestopft
Mit Böllern, Krachern
Von Fuss bis Kopf

Der weisse Schneemann war arg schockiert,
sein Ableben war bereits programmiert
Es würde bald in Kürze knallen,
in Aarau zu hören und in St.Gallen

Der Bögg hatte die Nase voll
Sah jedes Jahr aus wie Papa Moll
er sähe sich lieber rank und schlank
mit schicken Kleidern im Bauernschrank.

Sein Traum war: Schön gekleidet, flott frisiert
Damen zu begleiten, ganz ungeniert.
Zum Essen, ins Theater oder zum Opernball
Frauen tanzen gerne, das wusste er – im Fall!
Sie tanzen Walzer, Jive und Mambo,
und manchmal  einen heissen Tango.

Und so geschah es nach 5 Stunden
einigen Tänzen, Ehrenrunden.
Ein letzter Tanz auf dem Parkett
danach sprach der Böögg: Ich bin müde und will ins Bett.
Die Tanzpartnerin erhob Einspruch, war dagegen, draussen wars kühl,  begann zu regnen.

«Lass uns tanzen durch die Nacht, bis dass der Morgen wieder erwacht,» schrie seine Partnerin, sie hiess Trude
«Oder möchtest Du mitkommen in meine Bude?»
Der Böögg einst müde, jetzt hellwach und begleitete Trude ins Schlafgemach

Sie entkleideten sich schnell, liessen alles liegen.
Das Bett ächzte, bis sich die Balken biegten.
Trude flüsterte dem Böögg ins Ohr: «ich will nochmals,
ich mach Dir nichts vor!»
Der Böögg war am Ende seiner Kraft, legte sich nochmals ins Zeug,
verspritzte all seinen Saft.

Trude danach glücklich, war schnell eingeschlafen
fühlte sich sicher wie ein Schiff im Hafen
Sie schnarchte laut wie ein alter Kahn
der Böögg blieb wach, bald krähte der Hahn

Es war sechs Uhr morgens, die Nacht kurz
Der Böögg duschte leise, ass zwei Joghurts
Trank 1 Glas O-Saft und einen Kaffee
Küsste Trude zum Abschied und flüsterte: «Ade!»

Den Rest der Geschichte kennen wir bereits
Dem Böögg wurde es wärmer und plötzlich ganz heiss.
Um 10 nach 6 ist es passiert, es donnert und knallt
Der Schneemann explodiert.
Der Böögg – vorher in Trude – verliebt
Ist der Erste der den Kopf verliert.
Das Zürcher Volk klatscht, jubelt und schreit
Zürich ist für den Frühling bereit!

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