Frieren im Kollektiv
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Frieren im Kollektiv

Es folgt ein Kaltfrontendurchzug. Trockene Phasen und Aufhellungen. Und immer wieder sind Schauer möglich.


Ein Meteorologe mag diese Wetterprognose. Endlich gibt es Action am Himmel und die Isobarenkarte liest sich wie ein Liebesroman. Die Schreiberin ist der Meinung: Sicher kein Wetter zum Gernhaben an diesem 19. Mai.
«Auch das Organisationskomitee und die Belegschaft hätten bessere Wetterbedingungen verdient betont der CEO am Tag danach in seinem E-Mail an die Belegschaft.

Die Organisatoren versprühen
Optimismus und machen gute Miene zum schlechten Wetter. Präsentieren der 50köpfigen Reisegruppe einen knallroten London-Bus als Transportmittel. Gab es bisher ein schöneres Fotosujet auf dem Firmenparkplatz?

Wohl kaum. So zücken die Teilnehmer der Reisegruppe ihre Handys. Und beim Fotografieren entdeckt die Schreiberin das eine oder andere verzauberte Lächeln in den Gesichtern der Arbeitskollegen/innen.

Der stockende Verkehr auf der A1 Richtung Solothurn ist unserem Chauffeur egal. Den Fahrgästen ebenso.
Für den guten Start in den Tag serviert das OK mit viel Charme Kaffee und Gipfeli.
Das erste Ziel am Morgen ist die neue Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg Weissenstein.
Auf einem Rundgang mit Herr Konrad Stuber, Geschäftsführer und technischer Leiter, erfahren wir interessante Zahlen und Details zum Neubau.
Auf der Homepage der Seilbahn Weissenstein finden sich ebenso spannende Informationen zum Solothurner Hausberg.
Auch Juristenfutter. Wenn Sie mögen, lesen Sie 65 Seiten der Plangenehmigung für den Bau der Kabinenbahn
Oberdorf – Nesselboden –Weissenstein.

Ein kalter Wind bläst durch die Mittelstation. Schals und Kapuzen werden tiefer ins Gesicht gezogen. Jetzt gleicht die Reisegruppe einer Horde Möchtegern-Eskimos. Wärme spendet dafür die Fahrt mit der Gondelbahn auf den Gipfel. Und liefert auch tolle Fotos. Franz versucht sich als Fotograf. Schiesst mit Enthusiasmus Fotos der grauen Nebelsuppe. Die Chance, Wanderer oder Gämsen zu entdecken, sind gleich null. Die Schreiberin fötelet auch. Dort strahlen die Arbeitskollegen gemeinsam um die Wette.
Im Restaurant Kurhaus Weissenstein freuen sich alle über heissen Kaffee, Tee und Ovomaltine. Doch die Glacékarte bleibt unberührt. Wen wundert ? Gegen Mittag wartet ein leckeres Mittagessen im Hotel Altes Spital in Solothurn. Bei Rüeblisuppe mit Ingwer, Pouletbrüstli mit Teigwaren oder einem Vegimenü wird philosophiert. Über Eiszeit, Gondelbahnen und Seilbahnmasten.
Am Nachmittag kann eine von 3 Führungen gewählt werden.

Stadtführung in Solothurn – Heilige Damen, Dirnen und Hexen
“Viele interessante Frauen haben die Geschichte Solothurns geprägt. Auf ihren Spuren erfahren Sie, was das machtlose Geschlecht erlebte, denn Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichten spielten schon immer eine wichtige Rolle. Sie hören von Arbeiterinnen, Kaufmannsfrauen, von Nonnen und Schwangeren und von Künstlerinnen, wo sie gewirkt oder gelitten haben.”

ChäuerBräu in Oberdorf
Seit 2011 braut das Chäuerbräu Team in reiner Handarbeit das Oberdörfer Chäuerbräu.
Alles entstand mit einer Bieridee an den Solothurner Biertagen. Schnell stand der erste 20l Hobby Braukitt im Haus, jedoch reichte das Bier nicht lange. Heute, etwas grösser wird in 150l Pfannen rund 110l pro Sud und ca. 5000l Bier im Jahr gebraut.

Verenaschlucht
Die Einsiedelei St. Verena gehört zu den bedeutendsten Landschaftsgärten in der Schweiz. Dabei kann Solothurn mit einer ursprünglich echten Einsiedelei aufwarten.
Nahe dem nördlichen Ausgang der Verena Schlucht liegt seit vielen hundert Jahren die von einem Waldbruder / Eremiten oder einer Eremitin bewohnte Einsiedelei.
Die Einsiedelei in der Verenaschlucht ist zurzeit unbewohnt.

 

Für die Besucher der Verenaschlucht ist die Anreise etwas komplizierter. Vor dem geführten Spaziergang steht eine ungeplante Irrfahrt auf dem Programm. Die Hauptrolle in diesem Drama spielt der LONDON-BUS mit Chauffeur.
Ohne Navi und GPS tuckert der Oldtimer durch Feldbrunnen und Umgebung. Der Stadtplan hilft nicht weiter. Auch gut gemeinte Ratschläge einzelner Fahrgäste führen nicht zum Ziel. Bruno, der Chef tippt während der Irrfahrt auf seinem Smartphone herum.
Hat er, auf Stockzähnen grinsend, vielleicht Notizen zur der nächsten Mitarbeiterbeurteilung einzelner Mitarbeiter gemacht? Zum Thema: Wie führen meine Mitarbeiter als Team einen LONDON-BUS erfolgreich in die Verenaschlucht? Informationen dazu sind vielleicht beim Chef erhältlich. Seggswieswell.
Die Rettung naht. Glücklicherweise existiert ein Busbetrieb in der Region Solothurn. Und ein gütiger Buschauffeur hilft weiter. Halleluja.
Die Führung in die Verenaschlucht startet mit etwas Verspätung am Südeingang. Frau Guggisberg führt die Gruppe an. Entlang dem plätschernden Verenabach, umgeben von hohen Bäumen. Die Vögel zwitschern. Ein wahrlich schönes Plätzchen, wird sich manch einer gedacht haben.
Nach so vielen Erlebnissen essen alle noch Glace oder trinken Kaffee in Solothurn. Die Temperaturen sind jetzt etwas angenehmer. Der Himmel präsentiert sich weiter mit Regenwolken.
Um 16.45 Uhr tuckert der LONDON-BUS Richtung Autobahn. Stockender Verkehr herrschte auch auf der Rückfahrt.
Es regnet in Strömen. Kurz vor 18.00 Uhr erreicht der Oldtimer wieder den Firmenparkplatz. Der Himmel ist blau.

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